Fachschule für Heilerziehungspflege Reichenbach überprüft die Gemeinde Wald auf Barrierefreiheit

Die Schüler der Fachschule für Heilerziehungspflege aus Reichenbach mit ihrer Dozentin Margit Steinbauer überprüften zusammen mit dem von der Aktion Mensch geförderten Projekt „Landkreis Cham inklusiv und barrierefrei“ die Gemeinde Wald.

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Angeleitet wurde die Aktion vom Projektkoordinator Herrn Michael Trautner und dem Projektassistenten Herrn Manfred Pankow. Start der Aktion war der 26. März 2019 - passend zum 10-jährigen Jubiläum der UN-Behindertenrechtskonvention. Erste Anlaufstelle war morgens um 09.00 Uhr Auto Heimerl, welche als Erste die „grüne Plakette“ für Barrierefreiheit erhielten.

Wheelmap – eine App, die den Blick verändern kann

Vor neun Jahren hatte Raul Krauthausen die Idee, eine Online-Karte zum Suchen und Finden rollstuhlgerechter Orte zu entwickeln.

Als Rollstuhlfahrer hatte er oft das Problem, sich an nicht rollstuhlgerechten Orten mit seinen Freunden treffen zu können. Aus dieser Situation heraus entstand die App „Wheelmap.org“. Jeder kann diese App auf sein Handy laden und öffentlich zugängliche Orte entsprechend ihrer Barrierefreiheit bewerten.

Die Bewertung für die Zugänglichkeit erfolgt in der Karte über ein Ampelsystem. Grün gekennzeichnete Orte sind voll Barrierefrei, Orte die über eine Rampe oder eine Stufe unter 7cm zu erreichen sind werden auf der Karte orange gekennzeichnet. Rot eingetragene Orte sind nicht Rollstuhlgerecht. Auch auf vorhandene rollstuhlgerechte Toiletten kann in der App hingewiesen werden.

Wald – überraschend barrierefrei

Von den gut zwanzig mit Rollstühlen getesteten Objekten waren siebzehn grün, zwei orange und nur eines rot. Auch das Rathaus wurde dabei überprüft, dabei nahm sich Bürgermeister Hugo Bauer über eine Stunde Zeit für Fragen der Schülerinnen und Schüler.

Auf die Frage, wie Herr Bauer grundsätzlich zum Thema Barrierefreiheit steht, erfuhren sie, dass er ein Befürworter der Umsetzung von Barrierefreiheit und Inklusion ist. Der Bund hat laut dem Gemeindeoberhaupt die rechtlichen Voraussetzungen für Barrierefreiheit geschaffen. Wenn diese gesetzlichen Vorgaben konsequent umgesetzt würden, gäbe es einen deutlichen Fortschritt bei Barrierefreiheit und Inklusion. Probleme sieht Hugo Bauer dabei, dass die Umsetzung landkreisübergreifend passieren muss und dies auch ein langfristiger Prozess ist. Herr Bauer stellte jedoch fest, dass während seiner langjährigen Amtszeit ein Umdenken hin zu mehr Barrierefreiheit in der Öffentlichkeit stattfand. In der Gemeinde Wald wurden in der Vergangenheit schon viele Gebäude geplant und auch umgebaut, zum Beispiel die Mehrzweckhalle, die Grund- und Mittelschule, das Rathaus und auch das Senioren- und Gesundheitszentrum. Laut Herrn Hugo Bauer ist auch ein barrierefreier Aufgang zur Kirche in Wald geplant.

Müssen wir draußen bleiben?

Die Schülerinnen und Schüler waren begeistert, wie freundlich und interessiert sie bei ihrer Aktion von den Geschäftsinhabern und Mitarbeitenden empfangen wurden. Schließlich wurde die Gemeinde Wald von der Projektgruppe ohne Ankündigung überrollt. Auf Wunsch konnten die Beteiligten dabei auch selbst den Umgang mit dem Rollstuhl ausprobieren. Aus dieser Perspektive wurden verschiedene Hürden ersichtlich, wie zum Beispiel zu steile Rampen oder für Rollstuhlfahrer ungeeignete Umkleidekabinen.

Positives Fazit

Menschen mit Behinderung sind nicht behindert, sie werden behindert – umso wichtiger ist die Barrierefreiheit. Das Fazit der Projektgruppe: „Die Gemeinde Wald hat uns in Sachen Barrierefreiheit und Aufgeschlossenheit sehr positiv überrascht.“